Von Liz Szabo, USA TODAY

Ein krabbelndes Baby lernt mit jedem Schritt seine Welt kennen und baut seine Muskeln auf, während es den Unterschied zwischen glatten Badezimmerfliesen und weichen Wohnzimmerteppichen entdeckt. Für seine sich entwickelnden Geschmacksknospen schmecken beide Sachen gut. Aber die Forschung zeigt, dass Babys beim Erkunden ihrer Umgebung mehr als nur neue Fähigkeiten erlernen.

Säuglinge können zwei- bis fünfmal so viel Hausstaub aufnehmen wie Erwachsene, obwohl sie nur ein Achtel so viel wiegen, sagt Alan Greene, Kinderarzt am Lucile Packard Children's Hospital der Stanford University. Wegen des Staubs sind Babys zu Hause eher Pestiziden und anderen potenziell schädlichen Chemikalien ausgesetzt als draußen, sagt er. Kinder unter zwei Jahren sind außerdem anfälliger für Giftstoffe als Erwachsene, weil sie sich noch in der Entwicklung befinden, sagt Greene. Laut der Environmental Protection Agency erkranken Kinder in diesem Alter, die einem Karzinogen ausgesetzt sind, im Durchschnitt zehnmal häufiger an Krebs als Erwachsene. „Es ist eine vernünftige Annahme, dass wir bei Kindern zehnmal vorsichtiger sein sollten“, sagt Greene.

Der Kinderarzt Harvey Karp, Autor des Buches The Happiest Baby on the Block , empfiehlt Eltern, bei gutem Wetter einmal am Tag die Fenster zu öffnen und zu lüften. Er weist darauf hin, dass die Luft in Innenräumen oft stärker verschmutzt ist als draußen, was teilweise auf Lösungsmittel und andere Chemikalien in Farbe, Bodenbelägen, Teppichen, Möbeln und chemischer Reinigung zurückzuführen ist. Doch die toxische Belastung beginnt oft schon lange bevor Babys krabbeln können. Laut einem Bericht des President's Cancer Panel vom Mai kommen Babys heute in der Regel „vorverschmutzt“ zur Welt und sind bereits vor der Geburt potenziellen Karzinogenen ausgesetzt.

KREBS-PANEL: Toxine verursachen „schweren Schaden“

KARZINOGENE: In Badeprodukten für Kinder enthalten

GREEN CLEANING: Leser-Testmethoden

In einer Studie der Environmental Working Group über Nabelschnurblut fanden Forscher 180 Karzinogene bei Babys und 217 Chemikalien, die für das Gehirn oder das Nervensystem giftig waren. Die American Cancer Society schätzt, dass etwa 6 % der Krebstodesfälle – fast 34.000 pro Jahr – durch Umweltschadstoffe verursacht werden. Da so wenig Forschung über Krebs und Umwelt betrieben wurde, ist es möglich, dass die tatsächliche Zahl der durch Umweltverschmutzung verursachten Krebstodesfälle tatsächlich viel höher ist, sagt das President's Cancer Panel.

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